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Flugpatenschaft für Tiere aus dem Ausland – Hier lauern Risiken

 Immer häufiger werden auf Facebook sogenannte „Flugpaten“ gesucht, die Hunde oder Katzen aus dem Ausland – beispielsweise aus der Türkei – nach Deutschland mitbringen sollen. Viele Menschen möchten helfen und sehen darin eine unkomplizierte Möglichkeit, einem Tier ein besseres Leben zu ermöglichen.

 

Was dabei jedoch oft nicht bedacht wird:

💰 Eine Flugpatenschaft ist nicht einfach nur eine nette Gefälligkeit, sondern kann erhebliche rechtliche Verantwortung mit sich bringen.

 

🐈🐕 Die Türkei gilt aus Sicht der Europäischen Union als Tollwut-Risikoland. Deshalb unterliegt die Einreise von Hunden und Katzen strengen veterinärrechtlichen Vorschriften. Dazu gehören unter anderem ein Mikrochip zur eindeutigen Identifizierung, eine gültige Tollwutimpfung, ein Tollwut-Antikörpertest (Titertest), vorgeschriebene Wartezeiten sowie amtliche Gesundheitsdokumente. Fehlen Unterlagen oder stimmen Angaben nicht, kann das Tier bei der Einreise beschlagnahmt werden, in Quarantäne kommen oder auf Kosten der Beteiligten zurückgeführt werden. In schweren Fällen drohen sogar tierschutz- oder tierseuchenrechtliche Konsequenzen.

Besonders wichtig ist dabei die rechtliche Einordnung solcher Transporte. Viele glauben, es handle sich um „privaten Heimtierverkehr“. Das ist jedoch häufig nicht der Fall. Sobald Tiere nach Deutschland gebracht werden, um dort vermittelt, verkauft oder an neue Halter übergeben zu werden, gelten oft strengere Vorschriften als bei einem privaten Urlaub mit eigenem Haustier. Dann können zusätzliche Melde-, Transport- und Dokumentationspflichten greifen.

 

✈️ Wer als Flugpate auftritt, ist gegenüber Airline, Zoll und Veterinäramt die Person, die das Tier offiziell begleitet oder einführt. Das bedeutet: Kommt es zu Problemen mit Papieren, Gesundheitsstatus oder Herkunft des Tieres, kann auch der Flugpate in die Verantwortung geraten. Vielen Menschen ist das nicht bewusst.

 

Leider muss außerdem gesagt werden, dass sich hinter emotional formulierten Aufrufen in sozialen Medien nicht immer seriöser Tierschutz verbirgt. Es gibt hervorragende und verantwortungsvoll arbeitende Auslandstierschutzvereine – aber eben auch Fälle von illegalem Welpen Handel, gefälschten Impfpässen, manipulierten Altersangaben oder bewusst umgangenen EU-Einfuhrbestimmungen. Gerade Welpen werden häufig jünger angegeben oder mit unvollständigen Unterlagen transportiert. Für Außenstehende ist das oft nur schwer zu erkennen.

 

Deshalb sollte niemand leichtfertig eine Flugpatenschaft übernehmen. Wer helfen möchte, sollte sich vorab genau informieren:

• Wer organisiert den Transport?
• Handelt es sich um einen bekannten und seriösen Verein?
• Liegen sämtliche Originaldokumente vollständig vor?
• Ist das Tier korrekt gechippt und registriert?
• Wurde der vorgeschriebene Tollwut-Titertest durchgeführt?
• Wer übernimmt Verantwortung und Kosten, falls Probleme entstehen?

 

Seriöser Auslandstierschutz arbeitet transparent, rechtskonform und nachvollziehbar. Emotionale Notfälle dürfen nicht dazu führen, dass Menschen unbewusst Teil illegaler Tierimporte werden oder sich selbst rechtlichen Risiken aussetzen.

 

Helfen ist wichtig – aber Hilfe sollte immer verantwortungsvoll und im Rahmen der geltenden Gesetze erfolgen.

 

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